Quartier

Ausgangsbasis

Lage in der Stadt

Das Pfaff-Areal liegt zentrumsnah, sodass sowohl der Hauptbahnhof als auch die Fußgängerzone fußläufig gut erreichbar sind. Die südlich des Pfaff-Areals liegende Technische Universität Kaiserslautern mit dem angrenzenden Uni-Park und den hier angesiedelten Instituten, wie dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering (IESE) und für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM), dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI), dem Institut für Oberflächen- und Schichtanalytik GmbH (IFOS), dem Regionalen Innovationszentrum (BIC) sowie dem Max-Planck-Institut sind hier wichtige Anknüpfungspunkte.

Aktuelle Bebauung

Das Pfaff-Areal ist stark geprägt durch die verschiedenen Bauphasen in der Geschichte der Pfaff-Werke. Das älteste Gebäude auf dem Areal ist die ehemalige Gießerei, die 1896 fertiggestellt wurde. Die meisten Hallen auf dem Gelände wurden Anfang des 20. Jahrhunderts eingeschossig errichtet, um das Verladen der Ware zu erleichtern. Ein werkeigenes Gleissystem verband die verschiedenen Gebäude. Trotz dieser für die Zeit fortschrittlichen Neuerungen legte das Unternehmen bei der Architektur in erster Linie Wert auf die Zweckmäßigkeit der Gebäude. Eine innovative und fortschrittliche Architektur, die auf Außenwirkung und Werbung bedacht war, fand in der ersten Bauphase keine große Beachtung. In den 1930er Jahren entstand mit der Vergrößerung der Fabrik und guten Konjunkturlage das sechsstöckige Verwaltungsgebäude, ein imposanter Stahlskelettbau, das auch heute noch existiert.

1944 wurde aufgrund der Bedeutung in der Waffenherstellung das Fabrikgelände bombardiert und ca. 60% der Bausubstanz zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurde in den 1950er Jahren ein neues Verwaltungsgebäude errichtet und das charakteristische Eingangsportal, die Pförtnerloge, gebaut. In den 1970er Jahren entsteht ein neues Ausbildungszentrum auf dem Gelände. So zeugen die verschiedenen Gebäude einerseits von der Unternehmensgeschichte, andererseits erzählen sie auch von verschiedenen Stilepochen und über Produktionsweisen und Veränderungen in der Arbeitswelt.

Aufgrund des langen Leerstands und der teils starken Belastung des Bausubstanz mit Schadstoffen ist ein Erhalt eines Großteils der Lagergebäude nur bedingt möglich. Hinzu kommt, dass die sehr weiträumigen Gebäudezuschnitte nur sehr schwer vermarktbar sind, eine Sanierung unwirtschaftlich. Trotzdem sollen auch markante Gebäude, hauptsächlich entlang der Pfaffachse, erhalten bleiben, z. B. das Neue Verwaltungsgebäude, welches zu einem Medizinischen Versorgungszentrum umgebaut wird, das Alte Verwaltungsgebäude (Wohnen und Dienstleistung), das Neue Kesselhaus (Reallabor-Zentrum), die Pforte (Sitz der PEG) und die Fassade des Alten Kesselhauses. Auch der Erhalt des ehemaligen Speisesaals sowie des Hansabaus werden beabsichtigt.

 

Herausforderungen

Andere unsichtbare Spuren, die nicht auf den ersten Blick ins Auge fallen, sind die Belastung des Bodens und des Grundwassers. Zu der Zeit, als das Fabrikgelände entstand und das Unternehmen wuchs, gab es zum Teil nur unzureichendes Wissen und wenig Bewusstsein über die Spätfolgen einer starken industriellen Nutzung für die Umwelt. Außerdem wurde bei der ersten Bauphase große Mengen Abbruchmaterial aufgeschüttet, um den Boden für die Bebauung nutzbar machen zu können.

Die industrielle Nutzung hat zur Folge, dass große Mengen an Schadstoffen in den Boden und Teile der Gebäude gelangt sind, deren Beseitigung große Schwierigkeiten und finanzielle Herausforderungen mit sich bringt.

 

Daten

Die Fläche des PFAFF-Areals umfasst insgesamt etwa 19 Hektar - so groß wie fast 20 Fußballfelder.

Den größten Teil der Fläche (16,5 Hektar) hat die Stadt Kaiserslautern 2015 von einem Insolvenzverwalter für den symbolischen Preis von einem Euro erworben. An den Kauf war die Bedingung geknüpft, eine Option zu übernehmen, die die Stadtwerke Kaiserslautern (SWK) bereits zuvor vom Insolvenzverwalter gekauft hatte. Die Option umfasst eine Fläche von 2ha, die bis Ende 2018 für die SWK durch die Stadt Kaiserslautern baureif gemacht werden muss.

Zwei weitere Teile der Fläche waren vorab schon von einer privaten Gesellschaft, der Pfaff Campus Projektgesellschaft (PCP GmbH & Co. KG), im südöstlichen Teil des Areals (Pfaffstraße / Ecke Königstraße) erworben worden. Hier sollen in einer ersten Baumaßnahme zwei Neubauten (68 Wohnungen) entstehen. Baubeginn war November 2017. Neben Wohnungen werden an der Königstraße auch Flächen für Dienstleistungen entstehen. Unter anderem plant die Science Alliance hier einen „Digital Hub“, ein Innovationszentrum für Prozesse der Digitalisierung. Inklusive der geplanten Tiefgarage umfasse der Komplex 30.000 m³ Bruttoraum und 6765 m² Wohnfläche.

Von der Stadt wurde die PFAFF-Areal-Entwicklungsgesellschaft (PEG) gegründet, die das neue Quartier erschließen soll. Sobald die Pforte am Eingang des Pfaff-Areals saniert ist, wird die PEG dort ansässig sein.